Bio-Imkerei Bernburg/Saale

Der Imker

Rolf Rieken ist in einem Elternhaus aufgewachsen, in dem die Gesundheit der eigenen Bienenvölker, das Wetter, die Blütezeit von Löwenzahn, Raps, der Lindenbäume und vieler anderer Pflanzen im täglichen Gespräch am Familienesstisch eine große Rolle spielten.
Jeden Morgen stand ein Glas selbst geernteter Honig auf dem Frühstückstisch. Der Vater im weißen Anzug mit der Schutzhaube auf dem Kopf, der im hinteren Teil des Gartens die Bienenstöcke seiner Nebenerwerbs-Imkerei kontrollierte, war für Rolf Rieken und seine Brüder ein vertrauter Anblick. Als die drei Söhne größer wurden, halfen sie ihrem Vater nicht nur bei der Honigernte. Es wuchs ein tiefes Interesse an der Imkerei, an der Natur und an den ökologischen Zusammenhängen und die Erkenntnis, dass Bienen nur in einer gesunden Umwelt überleben und Honig produzieren können.
Beruflich schlug Rolf Rieken zunächst einen anderen Pfad ein. Ökologie und eine saubere Umwelt spielten dabei dennoch eine wichtige Rolle: Der Diplomingenieur gehört zu den Pionieren der Windstrombranche. Heute hat sich Rolf Rieken aus der aktiven Geschäftsführung des erfolgreichen Unternehmens zurückgezogen und hat nun Zeit, sich neuen Projekten zuzuwenden.
Der Vater von drei Kindern legt schon immer Wert auf gesunde und nach Möglichkeit biologisch erzeugte Nahrungsmittel. Das Interesse an der Imkerei ist über all die Jahre geblieben. Doch Rolf Rieken wollte nicht nur ein paar Bienenstöcke als Hobbyimker bearbeiten. Nun gab es die Zeit und den richtigen Platz, sich eine eigene Imkerei im Nebenerwerb aufzubauen und Honig anzubieten, der den anspruchsvollen Kriterien von „Naturland“, dem Verband für ökologischen Landbau e. V., entspricht. In kurzer Zeit standen auf einem weitläufigen Grundstück in der Friedensallee in Bernburg 25 Bienenvölker. Rolf Rieken beschäftigte sich von Anfang an und sehr intensiv mit der biologischen Erzeugung von Honig. Dabei wurde er von „Naturland“ gut beraten und unterstützt. Das Ergebnis der Bemühungen: die Erzeugung von zertifiziertem und mittlerweile auch prämiertem Bio-Honig aus der unmittelbaren Umgebung seines Wohnumfeldes.

Der Honig

Bienenhonig ist das Produkt der emsigen Arbeit von Zehntausenden Arbeitsbienen, die mit ihrer Königin in einem Stock zusammenleben. Die Basis für den Honig ist hauptsächlich Blütennektar, den die Bienen sammeln und oft über mehrere Kilometer nach Hause transportieren. Aus dem Nektar wird Honig, nachdem er im Stock mit körpereigenen Substanzen der Bienen angereichert wurde. Der süße Stoff wird als Nahrungsquelle für das Bienenvolk zur Versorgung während der blütenlosen Zeit der Wintermonate in den Waben bevorratet. Der Mensch nutzt seit vielen Jahrtausenden Bienenhonig als Nahrungsmittel. Doch die gefüllten schweren Waben können nicht einfach weggenommen werden. Um das Überleben der Bienen nach der Honigernte durch den Imker zu sichern, muss den Bienen eine andere Nahrungsquelle zur Verfügung gestellt werden: auf die Beuten werden Futteraufsätze, sogenannte Futterzargen, mit einer zuckerhaltigen Masse aufgesetzt . Der Bienenfuttersirup oder -teig liefert die notwendige Energie außerhalb der Vegetationsperiode und ist ein wesensgemäßer Ersatz für den geernteten Honig.
Von der überwiegenden Art der Blüten, deren Nektar im Frühjahr und im Sommer in die Waben wandert, wird der Geschmack und die Konsistenz des Honigs bestimmt. Meist entsteht der Honig jedoch aus einer Mischung von Blütennektar der verschiedensten Pflanzenarten. Ein Frühjahrs- oder Sommerblütenhonig aus Bernburg bildet damit die gesamte vor der Haustür vorkommende regionale Flora ab.
Honig ist nicht nur ein schmackhafter Brotaufstrich, ein Süßungsmittel oder eine Zutat für die Weihnachtsbäckerei – Honig enthält auch wertvolle Bestandteile, die das Immunsystem stärken und bei Erkältungs- oder Hautkrankheiten die Heilung unterstützen können. Wie bei jedem anderen Nahrungsmittel ist es wichtig, dass Honig „biologisch“ erzeugt wird. Nur dann kann er sein volles gesundheitliches Spektrum entfalten.

Wie kann Honig zu einem Naturland-Bio-Produkt werden?

So wie der Honig ein Abbild der Pflanzenwelt aus der Region ist, in der der Nektar von den fleißigen Bienen gesammelt wird, so ist der Honig auch ein Abbild des Zustandes der Natur und der Sauberkeit der Umwelt.
Rolf Rieken erfüllt in seiner Imkerei die Auflagen von „Naturland“, da es ihm ein großes Anliegen ist, seinen Kunden ein wohlschmeckendes und gesundes Lebensmittel anzubieten. Um Bio-Honig ernten und in Gläser abfüllen zu können, müssen während des gesamten Produktionsprozesses ökologische Standards eingehalten werden. Das beginnt bereits bei den Beuten, in denen die Bienen den Honig in die Waben einlagern. Diese Beuten bestehen heute in einer konventionellen Imkerei häufig aus Hartschaumkunststoff. Bei der Erzeugung von Bio-Honig dürfen jedoch nur Beuten aus natürlichen Materialien zum Einsatz kommen. Der aufgetragene Holzschutz muss vollkommen unbedenklich sein, damit ausgeschlossen ist, dass giftige Bestandteile aus Farben und Lasuren in den Honig übergehen können. Als „Bio“ kann ein Honig nur bezeichnet werden, wenn der Nektar aus den Blüten einer natürlichen Vegetation oder aus dem ökologischen Landbau stammt. Pestizide sind ein absolutes Tabu.
Auch bei der jährlichen Winterfütterung darf der verwendete Zuckersirup oder Zuckerteig nur aus zertifizierten Bestandteilen bestehen, die den Anforderungen von Naturland entsprechen.

Vergoldet: Prämierter Bio-Honig

Der Imkerverein Bernburg und Umgebung e.V. hat im Jahr 2015 in Zusammenarbeit mit dem Bereich Ökotrophologie der Hochschule Anhalt die örtlichen Imker eingeladen, an einem Honigwettbewerb teilzunehmen. Die regional produzierten Honigsorten wurden in einem anonymisierten Prüfverfahren im Labor chemisch und physikalisch analysiert. Dabei wurden auch Kriterien wie Geruch und Geschmack sowie die Gestaltung der Verpackung und der Kennzeichnung in die Beurteilung mit einbezogen. Zwölf Imker beteiligten sich an dem Honigwettbewerb. Im Dezember 2015 wurden die Ergebnisse der Auswertungen bekannt gegeben und die Preise verliehen. Dem Bio-Honig aus der Imkerei von Rolf Rieken bescheinigten die Juroren eine hervorragende Qualität. Die Arbeit und der Einsatz für die Einhaltung der Bio-Standards, die nach Rolf Riekens Meinung entscheidend für eine hohe Honigqualität sind, wurde mit einem goldenen Preis belohnt. Prof. Dr. Margot Steinel, die Leiterin der Lehrimkerei an der Hochschule Anhalt, gratulierte und überreichte Herrn Rieken die Urkunde.

Honig Wettbewerb - zum Artikel im “Salzland Magazin”->

Die Urkunde und den Bewertungsbogen können Sie sich bei Interesse aus unserem Downloadbereich herunterladen.
 

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